Samstag, 11. Juli 2009

Sind wir noch zu retten?


Intensiver Wettbewerb

Dieser neue Wettbewerb läutet ein Zeitalter der "Großen Spekulation" ein. Denn der Handel mit Wertpapieren wie Aktien, Krediten und zahlreichen Derivaten - Wertpapiere, die vom Kurs eines oder mehrerer anderer Papieren abhängig sind - wird weiter konzentriert und nur von wenigen Spekulanten dominiert. Die Banken zocken dabei in noch nie da gewesenem Ausmaß auf eigene Rechnung.

Goldman Sachs und andere Institute, die dem alten Geschäftsmodell der Investmentbank treu geblieben sind, konnten so seit Jahresbeginn Rekordgewinne einfahren - obwohl die Realwirtschaft die Klippe hinunterstürzte. Denn es wurde fast doppelt so viel mit Währungen und Anleihen, also Schuldpapieren, spekuliert wie vor der Krise. So werden die Milliarden an Steuergeldern, die von den Notenbanken weltweit in die Banken hineingestopft werden, nicht zur Kreditvergabe an Konsumenten und Unternehmen eingesetzt. Stattdessen werden damit Wetten auf Wertpapierpreise finanziert.

Marktmanipulationen

Spekulationen sind es auch, die die Märkte derzeit wieder nach oben treiben. Manche Trader übertreten die Grenze der Legalität: Sie investieren nicht mehr, sie manipulieren. So wie bei der Manipulation des Ölpreises vergangene Woche. Ein einzelner Händler des weltweit größten Broker-Unternehmens PVM Oil in London hatte unerlaubt massenweise Öl-Futures (handelbare Wetten auf künftige Preise) gekauft und auf einen steigenden Kurs gesetzt. Der Rohstoff hat sich allein dadurch um zwei Dollar verteuert, sein Unternehmen verlor wegen der Manipulation zehn Millionen Dollar (der Standard berichtete). Jetzt ermittelt die britische Finanzbehörde.


Wann wird dieser Irrsinn ein Ende haben und die Leute merken, dass dies NICHT naturgemäß ist? Wann werden wir aus unseren Fehlern lernen?

Mittwoch, 8. Juli 2009

Solarkraftwerk in Linz


Photovoltaik-Kraftwerk neben der Westautobahn soll spätestens 2010 in Betrieb gehen

Linz - Die Energie AG Oberösterreich baut neben der Westautobahn (A1) in Eberstalzell (Bezirk Wels-Land) das größte Photovoltaik-Kraftwerk Österreichs. Am Mittwoch war Spatenstich.

Spätestens im Frühjahr 2010 soll es in Betrieb gehen. Die Anlage hat eine Leistung von einem Megawatt. Die Kosten betragen rund 6 Mio. Euro.

Umweltlandesrat Rudi Anschober erklärte Eberstalzell "zu Österreichs Solar-Valley". Denn unmittelbar südlich der A1 befinde sich die größte Solarfabrik des Landes, die Firma "Xolar", die im Endausbau rund eine Million Quadratmeter Solarpaneele pro Jahr erzeugen werde. "Oberösterreich ist damit mit größtem Abstand das Solarland Nummer eins in Österreich." In den vergangenen Monaten sei der Zubau bei Solarthermie und Solarstrom so groß wie noch nie zuvor gewesen, kürzlich habe man die Schallmauer von einer Million Quadratmeter überschritten. Bis 2030 soll sich diese Fläche verdreifachen, plant Anschober. (APA)


Dienstag, 7. Juli 2009

Niederösterreich setzt auf Solarstrom


Ganz im Zeichen der Sonne steht das "1.000-Dächer-Programm" des Landes NÖ. Ziel ist es, bis 2020 ungefähr 50 Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbaren Energiequellen zu decken.

Mit dem Ausbau der Solarenergie will man einer neuen "energiepolitischen Strategie genaues Augenmerk zuwenden", so Landeshauptmann Erwin Pröll.

Zudem werde das nie in Betrieb gegangene Atomkraftwerk Zwentendorf zu einer Photovoltaik-Anlage umgerüstet. Die Alternativen zu Öl oder Gas "müssen unterstützt werden", so der Landeshauptmann. Bis jetzt erhalte Niederösterreich saubere, erneuerbare Energie aus Wasserkraft, die rund 60 Prozent des Strombedarfs abdecke, 345 Windkraftanlangen würden rund zehn Prozent sowie Biomasse bzw. -gas rund acht Prozent Strom liefern.

Derzeit bestehen 1.200 Photovoltaikanlagen in rund 1.100 Haushalten. Durch das geplante Programm sollen rund 3.000 Haushalte dazu gebracht werden, sich derart energetisch zu versorgen, meinte Pröll. Er sah die Bedeutung solcher Anlagen auch darin, unabhängig von beispielsweise Öl-Engpässen zu sein. Die Verantwortung für die nächste Generation nicht außer Acht zu lassen sei ein weiterer Punkt: "Die Umwelt von morgen zu erhalten, bedeutet heute Maßnahmen zu setzen."

Das vorgestellte Programm basiert laut Umwelt-Landesrat Stephan Pernkopf auf dem Ökostromgesetz. Er rechne für die Umsetzung mit einem Investitionsvolumen von rund 50 Mio. Euro. Zudem, warf Pröll ein, soll das Programm "solange gefördert werden, solange die Nachfrage da ist und dabei etwas rauskommt." Ab "sofort" können Interessierte Anträge beim Land Niederösterreich einbringen (Informationen im Internet unter www.noel.gv.at).

Montag, 6. Juli 2009

Werde Mit-Eigentümer von Stadtwerken!


Stell alles auf den Kopf!



Das geht jetzt:

Freiburger Bürger haben die Genossenschaft "Energie in Bürgerhand" gegründet, um gemeinsam mit vielen anderen die Idee einer ökologischen und zukunftsweisenden Energiewirtschaft zu verwirklichen. Jeder kann als gleichberechtigtes Mitglied der Genossenschaft beitreten. Er erhält unabhängig von der Höhe seines Anteils eine Stimme. So ist auch ausgeschlossen, dass sich Investmentgesellschaften einkaufen können, um unsere Ziele zu beeinflussen.

Auftaktveranstaltung zur bundesweiten Kampagne!

Wir bitten dringend um Anmeldung!

Die Auftaktveranstaltung wird live übertragen unter www.energie-in-buergerhand.de/!
Zielgruppe der Veranstaltung sind insbesondere Multiplikatoren aus ganz Deutschland!


Link

Honig ersetzt bald Antibiotika?

Dass Honig antibakteriell wirkt ist bekannt. In einer neuen Studie haben Forscher der University of Sydney jetzt Beweise dafür gefunden, dass manche Honigsorten bei der Behandlung von oberflächlichen Wunden und Infektionen effektiver wirken als Antibiotika.

Antibiotika wirken in der Regel nur gegen bestimmte Bakterien. Die meisten Bakterien, die Infektionen in Krankenhäusern verursachen, sind noch dazu gegen mindestens ein Antibiotikum resistent. Die in der Studie eingesetzten Honigsorten wirkten jedoch gegen alle gestesteten Erreger, darunter auch multiresistente Bakterien. Was besonders entscheidend ist, die Bakterien passten sich nicht an und entwickelten keine Resistenz gegenüber dem Honig, wie dies bei Antibiotika der Fall ist.

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Sonntag, 5. Juli 2009

Aus für den Erdöl-Raubbau?


Montag, 22. Juni 2009 um 18:14 Uhr

Eine neue Studie stellt alle derzeitigen Nachrichten in den Schatten. David Murphy hat unter dem Titel The Net Hubbert Curve: What Does It Mean? den Einfluss steigenden Energieaufwands bei gleichzeitig abnehmender Erdölförderung untersucht. Das Ergebnis lässt selbst hartgesottene Zweifler der derzeitigen Industriezivilisation erzittern.

Der Hintergrund ist, dass es Erdöl braucht um nach Erdöl zu bohren. Zieht man die Menge des zur Förderung aufgebotenen Erdöls von der Menge des geförderten Öls ab, bekommt man die Netto-Energie, die der Gesellschaft anschließend für andere Zwecke zur Verfügung steht (den Quozienten aus Ertrag und Aufwand nennt man Erntefaktor, dieser gilt sinngemäß für alle Energiequellen). Im Jahre 1930 bekam man etwa 100 Fass Erdöl für jedes Fass, das man investierte, 1970 waren es nur noch dreißig und im Jahr 2000 gar nur noch 11 Fass. Dieser Trend wird sich so fortsetzen, gerade beim Ausbeuten von Tiefsee- und Polaröl, das gigantische Aufwendungen benötigt. Murphy extrapolierte also den beobachteten Trend aus totaler Erdölförderung und Netto-Energie und kam zu folgender Prognose:

Gesamte und Netto-Energie aus Erdöl (Quelle: TOD)

Die hellblaue Fläche ist die Energie, die uns im Alltag zur Verfügung steht, nachdem das Erdöl gefördert, aufbereitet, transportiert und schließlich seinem Zwecke zugeführt wurde. Wie man sieht, erleben wir in diesen Tagen einen absoluten Hochpunkt der Bereitstehung von Energie aus Erdöl. Setzt sich der Trend des abnehmenden Erntefaktors jedoch in etwa so fort wie in der Studie angenommen, wird sich die aktuelle Situation in den nächsten Jahren drastisch ändern. In nur zwanzig Jahren wird uns demnach keine bis kaum noch Energie aus Erdöl zur Verfügung stehen, auch wenn die gesamte Förderung durchaus noch beträchtlich erscheint. Dieses Ergebnis ist weitreichender als man auf den ersten Blick erkennen möchte: 30-40 % unseres Primärenerigebedarfs beziehen wir hier in den sog. entwickelten Ländern aus Erdöl. Mit dem Verschwinden dieses Schlüsselrohstoffes zu Energiezwecken werden auch andere Energierohstoffe wie Kohle oder Uran nur noch in sehr begrenztem Maße zur Verfügung stehen. Die Förderung sämtlicher Metalle, schon heute nur noch aufwendig zu gewinnen, wird mehr oder weniger nicht mehr stattfinden. Und nicht zuletzt wird diese Entwicklung den Tod der industriellen Landwirtschaft bedeuten, die zehn Kalorien Energie aus Erdöl und Erdgas benötigt um eine Kalorie in Form von Nahrung im Supermarkt anzubieten. Tritt diese Entwicklung auch nur annähernd so ein wie von Murphy prognostiziert, so wird die Welt in zwanzig Jahren nicht mehr wiederzuerkennen sein. Zwanzig Jahre, das ist vom Mauerfall bis heute. In zwanzig Jahren kann niemand, auch nicht der ehrgeizigste Politiker eine Gesellschaft total vom Erdöl befreien.

Diese Grafik ist die pessimistischste und gleichzeitig einleuchtendste Einschätzung der zukünftigen Energiemenge aus Erdöl, die bislang veröffentlicht wurde. Pessimistisch, weil der schiere Zeitraum bis zum bitteren Ende von allem, was uns heute lieb und teuer ist auf magerste zwanzig Jahre zusammenschrumpft. Einleuchtend, da sie auf reinen mathematischen Formeln und Beobachtungen beruht. In der Tat ist ihr einziger Makel, dass der unterstellte Trend des zukünftigen Nettoenergieverlaufs auf nur drei Datenpunkten beruht. Dies bedeutet aber lediglich, dass die Genauigkeit der Kurve noch verbessert werden kann, an der Tatsache, dass unabhängig von der Erdölförderkurve nach Hubbert sehr viel weniger Energie schlussendlich die Gesellschaft erreicht, ändert dies nichts. Hinzu kommt, dass andere negative Einflüsse wie Rückkopplungseffekte aus Konflikten um verbleibendes Öl nicht berücksichtigt wurden. Es ist also je nach geschichtlichem Verlauf gut möglich, dass sich die Gesamtfördermenge und somit auch die bereitstehende Energiemenge im Vergleich zu obiger Studie nochmals verringern.

Was ist nun mit Alternativen, die den Mangel an Erdöl wettmachen können? Zu diesem Thema gibt es eine interessante Studie von Paul Chefurka. Er hat den bisherigen Trend alternativer Energiequellen fortgeführt und angenommen, dass dieser bis etwa 2070 vorhält, bis die letzten Reste industrieller Güterherstellung aufgehört haben zu funktionieren.

Prognose zukünftiger Energiequellen durch Fortschreibung aktueller Trends (Quelle: Paul Chefurka)

Die Grafik zeigt, dass selbst unter dieser optimistischen Annahme Alternativen eine eher geringe Rolle spielen im Vergleich zu den Energiemengen, die wir heute verbrauchen, aber wie wahrscheinlich ist dieser angenommene Verlauf im Lichte der aktuellen Studie über die Netto-Energie aus Erdöl? Moderne alternative Energiequellen zur Elektrizitätsgewinnung sind reine Erdölderivate, sie verschwinden mit dem Erdöl. Wenn uns in zwanzig Jahren schon kaum noch Erdöl als Energiequelle zur Verfügung steht, wie wahrscheinlich ist es dann, dass man anschließend noch fünfzig Jahre lang industrielle Güter herstellt, noch dazu auf hohem technischen Niveau und unter schwierigen Bedingungen (ich denke da beispielsweise an ablandige Windenergie). Wie sinnvoll ist es bei diesen Erkenntnissen, die Karte moderner Energiequellen zur Stromerzeugung als einziges Ass im Ärmel zu bewahren und alle anderen Optionen wie Landreformen und massive landwirtschaftliche Ausbildung des explodierenden Arbeitslosenheers nicht nur zu vernachlässigen, sondern es komplett zu ignorieren? Wie wahrscheinlich ist noch zukünftiges Wachstum industrieller Güter wenn uns bis in zwanzig Jahren die Schlüsselenergie zur Herstellung und zur Nutzung dieser Güter quasi abhanden gekommen ist?

Wenn man politisch auf diese Studie antworten wollte, dann wäre eine radikale Änderung der gesellschaftlichen Ziele hin zu mehr Landwirtschaft in Handarbeit durchaus angemessen. Leider scheinen sich solche Erkenntnisse bei der Politik nicht durchzusetzen, die letzte Woche erst ein gigantisches Projekt zur Überquerung des Fehmarn-Belt beschlossen hat, oder den Start neuer Satelliten zur Erkundung des Mondes...

NS: Der Autor erkennt die drastischen Folgen der rasch zur Neige gehenden fossilen Energien, unterschätz aber gänzlich das enorme Potential der Erneuerbaren Energien, sowie deren raschen Umsetzbarkeit.

Österreich könnte binnen 5 Jahren die Energiewende schaffen!!

Ist die Sonne unsere Rettung?

Hamburg/Wien - Nach Ansicht des deutschen Klimaforschers Mojib Latif lässt sich die der Welt bevorstehende tiefgreifende Energiekrise nur durch Stromgewinnung aus Sonnenkraft verhindern, am besten mittels Solarthermie-Kraftwerken. In einem Gastbeitrag für "Spiegel Online" schrieb Latif am Samstag, die Atomenergie könne nicht die Lösung sein, da sie nicht nachhaltig sei. Es kämen daher nur die regenerativen Energien als Alternative in Frage.

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Sonnenenergie aus Nordafrika könnte ganz Eu-
ropa versorgen. Bild: Keystone

"Die Sonnenenergie beispielsweise steht praktisch unbegrenzt auf der Erde zur Verfügung, die Technik zu ihrer Nutzung existiert, und sie ist auch bezahlbar, wenn man den technologischen Fortschritt berücksichtigt", betonte Latif. Pro Jahr gingen 630.000 Terawattstunden an ungenutzter Sonnenstrahlen-Energie auf die Wüsten in Nahost und Nordafrika nieder. Zum Vergleich: Ganz Europa verbrauche pro Jahr etwa 4000 Terawattstunden.


Quelle